„Blaues Auge“ für die Bauwirtschaft

Anlässlich des 1. Deutschen Bauwirtschaftstages 2009 hat die Branche eine Zwischenbilanz des Jahres gezogen und einen Ausblick gewagt. Aus der Einschätzung der Bundesvereinigung Bauwirtschaft möchten wir hier die wichtigsten Daten vorstellen.

Karl-Heinz Schneider, der Vorsitzende der Bundesvereinigung Bauwirtschaft, geht für dieses Jahr von einem Umsatzrückgang von 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr aus. Dies bedeutet ein Rückgang auf ca. 186 Milliarden Euro, die von den 330.000 Mitgliedsbetrieben des Verbandes erwirtschaftet wurden. Aus diesem Grund sprach Schneider von einem „blauen Auge“ für die Branche. Er betonte gleichzeitig, dass die Krise nicht alle Betriebe gleichermaßen betreffe: So müsse das Bauhauptgewerbe die größte Last der Einbußen tragen. In diesem Bereich gehen die Statistiker von einem Rückgang des Umsatzes um 4,7 Prozent aus.

Der Bereich Gebäudetechnik und Dienstleistungen, wie etwa die Vermietung von Baugeräten, dürfte ungefähr das Vorjahresniveau erreichen. Der Verband führte dies unter anderem auf die Konjunkturpakete der Bundesregierung zurück.

Am Ende zeigte sich Schneider aber dennoch zuversichtlich, dass die Unternehmen trotz der kurzfristigen Rückschläge ihre Investitionen schon bald wieder erhöhen. Gleichzeitig hoffe er, dass die neue Regierungskoalition die Stellung mittelständischer Unternehmen verbessert.

Quelle: Bundesvereinigung Bauwirtschaft (Auszug)

Bauwirtschaft bedeutet Mittelstand

Die Bauwirtschaft ist eine Schlüsselbranche des Mittelstandes. Diese Kernbotschaft überbrachte der Wirtschaftsminister Baden-Württembergs, Ernst Pfister, im Rahmen einer Rede in Baden-Baden, aus der wir die wichtigsten Elemente zitieren möchten.

Da die Baubranche etwa 4,5 Prozent zur Gesamtbruttowertschöpfung beitrage, gehöre sie zu einer der wichtigsten Einzelbranchen. Mit einem Gesamtumsatz von über zehn Milliarden Euro und einer Beschäftigungszahl von etwa 85.000 Personen – die meisten davon in kleineren und mittleren Betrieben tätig – ist die Bauwirtschaft für das Land von enormer Bedeutung, betonte Pfister. Er ging auf die deutlichen Umsatzeinbußen der Branche ein, wies aber gleichzeitig darauf hin, dass die staatlichen Konjunkturpakete Schlimmeres verhindert hätten. Aus dem sogenannten Zukunftsinvestitionsprogramm fließen 433 Millionen Euro in den Ausbau der Infrastruktur. Gemeinsam mit den kommunalen Investitionen und zusätzlichen Förderungen des Landes stünden gar mehr als zwei Milliarden Euro zur Verfügung, sagte der Minister.

Angesichts des strukturellen und demografischen Wandels in Stadt und Land kämen enorme Herausforderungen auf die in der Bauwirtschaft tätigen Unternehmen zu. Für deren Bewältigung werden Bund und Länder ebenfalls Gelder bewilligen, so Pfister.

Quelle: Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg

Bagger sollen länger leben

Wissenschaftler der Technischen Universität Clausthal haben es sich zum Ziel gesetzt, die Lebensdauer von Baggern, Motoren sowie anderen Maschinen und Industrieanlagen, die von Verschleiß betroffen sind, zu erhöhen. Dies gab die Universität in einer Pressemitteilung bekannt, die wir hier auszugsweise vorstellen möchten.

Um den Verschleiß von Werkstoffen zu verringern, hat die TU Clausthal ein zunächst auf drei Jahre angelegtes Projekt ins Leben gerufen, das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft mit zwei Millionen Euro unterstützt wird. An dem Forschungsansatz mit dem Titel „Herstellung, Eigenschaftsanalyse und Verschleißverhalten von technischen Oberflächen und mikrostrukturierten metallischen Werkstoffen und Beschichtungen“ sind auch die TU Chemnitz und die Ruhr-Universität Bochum beteiligt.

Der Verschleiß, gleich ob adhäsiver, abrasiver oder erosiver Art, soll aufgehalten werden, indem die Beständigkeit der Werkstoffe und Materialien erhöht wird. Dazu soll der mikrostrukturelle Aufbau der Werkstoffe untersucht werden. Um sowohl dünne wie auch dicke Schutzschichten untersuchen zu können, wird unter anderem mit Galvanik und Schweißen experimentiert. Die Hoffnung der Forscher: Durch die verbesserten Materialien etwa bei Baggern sollen Betriebskosten eingespart werden. Darüber hinaus erhofft man sich in Clausthal einen Effekt für die Umwelt: Denn durch eine längere Lebensdauer können metallische Rohstoffe umweltschonender genutzt werden.

Quelle: Technische Universität Clausthal (Auszug)

1. Deutscher Bauwirtschaftstag in Berlin

Wie die Bundesvereinigung Bauwirtschaft auf ihrer Homepage ankündigt, wird sie am 20. Oktober 2009 den ersten Deutschen Bauwirtschaftstag in Berlin veranstalten. Mit dem Event will die Vereinigung, ein Zusammenschluss des Deutschen Bau- und Ausbauhandwerks die Bedeutung der knapp 300.000 mittelständischen Unternehmen in Deutschland zeigen, die insgesamt für rund 2,7 Millionen Beschäftigte und etwa 300.000 Auszubildende stehen.

Die Veranstaltung steht unter dem Motto „Mittelstand baut Zukunft“ und dient gleichzeitig der Präsentation der Branchenforderungen an die Politik nach der Bundestagswahl (-> unser Blog berichtete). Nach Ansicht des Vorsitzenden der Bundesvereinigung Bauwirtschaft, Karl-Heinz Schneider, handelt es sich beim Mittelstand nicht nur um eine wirtschaftliche, sondern auch eine gesellschaftliche Kraft. Er fordert daher die Förderung einer starken Unternehmenskultur der Verantwortung und Nachhaltigkeit.

Mehr Informationen zum Bauwirtschaftstag finden Sie unter: http://www.bauwirtschaftstag.de/.

Bauindustrie stellt klare Forderungen an die Politik

Gemeinsam mit dem Bundesverband Baustoffe, Steine und Erden (BBS) und dem Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) hat der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) vor der Bundestagswahl 2009 klare Forderungen an die Politik gestellt. In einem Brief an die Abgeordneten gab der Verband die folgenden sechs Leitziele aus und konkretisierte, wie sie durch gemeinsame Anstrengungen zu erreichen sind:

1. Deutschland braucht eine leistungsfähige Infrastruktur Weder Qualität noch Quantität des Infrastrukturnetzes genügen den aktuellen Anforderungen an den Industriestandort Deutschland. Öffentliche Mittel müssen daher effizienter eingesetzt werden, etwa indem Planungs- und Genehmigungsverfahren beschleunigt, das Schienennetz ausgebaut und ein Gesamtkonzept auch für Bundeswasserstraßen entworfen wird. Gleichzeitig spricht sich der Verband für eine Stärkung der Öffentlich-Privaten Partnerschaften aus.

2. Es muss mehr Raum für Wachstum und Beschäftigung geschaffen werden Die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen für die Baubranche müssen verbessert werden. Dazu sollen die Schwächen der Unternehmenssteuerreform beseitigt und der Wohnungsbau steuerlich attraktiver gestaltet werden. Die Politik muss sich außerdem für eine Liquiditätssicherung der Bauunternehmen einsetzen.

3. Beim Thema Bildung und Forschung müssen Inhalte zählen Eine gute Ausbildung ist der entscheidende Wettbewerbsvorteil auf den internationalen Märkten. Die deutschen Hochschulen sollten sich bei der Umsetzung des Bologna-Prozesses daher nicht an Systemstandards, sondern an Qualitätsstandards orientieren. Das deutsche Diplom, etwa für Bauingenieure, soll erhalten bleiben.

4. Es gilt, bei den Themen Klimaschutz, Umweltschutz und Nachhaltigkeit umfassend zu handeln Die deutsche Baubranche liefert Wissen und Lösungen für ein nachhaltigeres Wachstum und Energieeffizienz. Sämtliche Initiativen zum Klimaschutz müssen jedoch unter einem einheitlichen Konzept gebündelt werden, das den Bedürfnissen der Baubranche gerecht wird.

5. Die soziale Sicherung muss zukunftsfähig ausgestaltet werden Sozialversicherungsbeiträge müssen unter vierzig Prozent gehalten, der Grundsatz der Tarifeinheit darf nicht aufgegeben werden. Außerdem muss Schwarzarbeit wirksamer bekämpft werden.

6. Der Erfolg von deutschen Bauunternehmen auf internationalen Märkten muss gesichert werden Im Durchschnitt werden drei Viertel aller in Deutschland hergestellten Bau- und Baustoffmaschinen exportiert. Damit deutsche Bauunternehmen ihre Spitzenposition in der Welt auch in Zukunft halten können, bedarf es einer verbesserten Exportkreditversicherung, stärkeren Exportförderung und einer Entschlackung der Exportkontrolle.

Quelle: Hauptverband Deutsche Bauindustrie (HDB)

Geschäftsklima: Hoch- und Tiefbau mit Lichtblick

Auch wenn die Baubranche die zukünftigen Geschäftserwartungen weiterhin vorsichtig bewertet, zeigt eine ifo-Umfrage ein verbessertes Geschäftsklima für den Hoch- und Tiefbau im Monat August. Auszugsweise stellen wir hier die wichtigsten Punkte daraus vor:

Nach Angaben des ifo-Instituts zeigt sich im Hochbau eine Verbesserung der Geschäftserwartungen. Gleichzeitig wurde bei der Auslastung der Geräte mit 68% derselbe Grad wie im Jahr zuvor erreicht. Zwar sah sich die Mehrzahl der Unternehmen gezwungen, die Preise zu senken. Doch auch die Hochbau-Branche rechnet in den kommenden Monaten mit einem abnehmenden Preisdruck.

Die Bewertungen für den Tiefbau ergaben ebenfalls eine günstigere Beurteilung, die allerdings weniger in der Beurteilung der Zukunft als vielmehr in der aktuellen Lage begründet liegt. Während hier der Auslastungsgrad für Maschinen wie Bagger im Vergleich zum Vorjahr leicht sank (von 70% auf 66%), mussten im Tiefbau nur vereinzelt Preissenkungen vorgenommen werden.

Quelle: baulinks.de