Mitgliedsunternehmen des ZDB zeigen sich zuversichtlich

Laut dem Zentralverband des Deutschen Baugewerbes zeigen sich seine Mitgliedsunternehmen im August 2015 zuversichtlich. Die monatliche Konjunkturumfrage ergab, dass insbesondere der Wohnungsbau weiter floriert, er konnte eine gute Lagebeurteilung erzielen. Auch im gewerblichen Bau zeigt sich ähnlich positive Stimmung. Der öffentliche Hoch- und Straßenbau verbessert seine Lage stetig, jedoch reicht er dem ZDB zufolge nicht an das Level der bestbewerteten heran. Im Vergleich zum Juli konnte im August außerdem die Bautätigkeit weiter belebt werden, insbesondere im Tiefbau.

Quelle: ZDB

Bauberufe: Was macht man eigentlich als Tiefbaufacharbeiter/-in?

Auf und unter der Erde sind Tiefbaufacharbeiter/-innen tätig: Sie arbeiten im Straßenbau, Kanalbau, Brunnenbau, Spezialtiefbau, Gleisbau und Rohrleitungsbau und sind damit echte Allrounder. Ob Fundamentherstellung, Legen von Wasserleitungen, Schienenlegen oder Tunnelbau – der Tiefbaufacharbeiter ist in jedem dieser Bereiche fit. Dafür muss er aber auch gesundheitlich fit und körperlich belastbar sein, Rückenprobleme oder Stauballergien sind da von Nachteil. Selbstverständlich sollte, wer diesen Beruf ins Auge fasst, auch gerne im Freien arbeiten und ein gewisses technisches und handwerkliches Verständnis mitbringen. Tiefbaufacharbeiter/-innen arbeiten viel im Team. Die Ausbildung erfordert mindestens einen Hauptschulabschluss und dauert in der Regel zwei Jahre. Danach kann man sich noch in einer einjährigen Zusatzausbildung spezialisieren, z.B. als Straßenbauer/-in, Kanalbauer/-in oder Gleisbauer/-in. Nach der Ausbildung muss es aber nicht aufhören: Die Weiterbildungsmöglichkeiten sind zahlreich und können bis zum Studium des Bauingenieurwesens reichen.

Quelle: BMWi

Alles Müll? Von wegen!

Haben Sie gewusst, dass Bauschutt aus Bodenaushüben oder Straßenaufbrüchen mehr ist als nur Schutt? Das ganze landet nämlich nicht unwiederbringlich auf der Deponie, sondern wird als Recycling-Baustoff erneut verwendet – ob nun Beton, Kies, Sand, Ziegel, Keramik oder andere Baustoffe, dies alles kann wieder eingesetzt werden. Sowohl gemischt als auch separat. Mit Hilfe moderner Aufbereitungsverfahren werden die Stoffe gezielt von etwaigen Störstoffen (Kunststoff, Metall, Papier, Holz) befreit, die Baustoffe werden zerkleinert und durch Siebverfahren nach Korngrößen sortiert. Danach können die recycelten Baustoffe wieder ganz normal verwendet werden: Vor allem kommen sie im Straßenbau zum Tragen, aber auch im Erdbau, im Garten- und Landschaftsbau oder auch in der Betonherstellung. Selbstverständlich wird auch ihre Umweltverträglichkeit neu überprüft, sodass ein Freisetzen von Schadstoffen ausgeschlossen werden kann. Ein bekanntes Beispiel für den Einsatz von recyceltem Beton ist das Hundertwasserhaus in Darmstadt.

Quelle: http://recyclingbaustoffe.de/

Kommt Bewegung in den Straßenbau?

Noch nicht lange ist der neue Verkehrsminister Peter Ramsauer im Amt, schon werden seine Vorstöße heftig diskutiert. Nachdem der CSU-Politiker den bei einem Interview entstandenen Eindruck, er wolle eine PKW-Maut einführen, dementierte, forderte er nun einen „Aufbau West“.

Der Zeitung „Welt am Sonntag“ sagte Ramsauer unter anderem, die Investitionen in Ostdeutschland seien aus Gründen der Solidarität richtig gewesen. Allerdings gelte es jetzt, Versäumtes im Westen nachzuholen. Die Verkehrsinfrastruktur könne nicht auf Dauer auf Verschleiß gefahren werden.

Zuvor hatte der ehemalige CSU-Landesgruppenchef gefordert, die kompletten Einnahmen aus der LKW-Maut für Investitionen in den Straßenbau zu verwenden. Bislang schreiben die Gesetze lediglich vor, dass der „überwiegende Teil“ der Maut für die Erneuerung des Fernstraßennetzes eingesetzt werden.

Stoßen die Äußerungen des Ministers zum Teil auf heftigen Widerstand, zeigt sich an den aufkommenden Diskussionen dennoch: In den Straßenbau könnte Bewegung kommen.

Quelle: Welt am Sonntag (Auszug)

BGH: Bei Verzögerung dürfen Bauunternehmen Nachschlag verlangen

Verzögert sich ein Baustart, dürfen Bauunternehmen mit höheren Materialkosten kalkulieren. Nun entschied der BGH: Baufirmen dürfen einen Nachschlag fordern – unter bestimmten Bedingungen. Lehnhoff fasst die Entscheidung des BGH aus der Online-Ausgabe der Süddeutschen Zeitung in diesem Auszug zusammen.

Baufirmen können bei öffentlich ausgeschriebenen Aufträgen einen Nachschlag für gestiegene Kosten einfordern, wenn sich der ins Auge gefasste Bautermin aufgrund eines Rechtsstreits nicht mehr eingehalten werden kann. So hat der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe geurteilt und somit ein Urteil vom Mai bestärkt.

Mit der Entscheidung gab das BGH einer Straßenbaufirma Recht, welche den Zuschlag für Bauarbeiten an der Autobahn A1 erhalten hatte. Die Bauarbeiten sollten “spätestens 12 Werktage nach Zuschlagserteilung” starten. Weil sich jedoch der Zuschlag wegen einer Überprüfung vor Gericht um einige Monate verzögerte, verlangt der Bauunternehmer von der Bundesrepublik Deutschland 1,3 Millionen Euro Nachschlag, da die Materialkosten gestiegen seien.

Die Karlsruher Richter gaben dem Unternehmer prinzipiell Recht: Entscheidend sei der genannte konkrete Zuschlagstermin in der Auftragsausschreibung – ansonsten würde die Baufirma dem Risiko einer Verzögerung ausgesetzt. “Denn dann könnte eine Preiskalkulation nicht mehr auf verlässlichen Bautermine, sondern nur auf Mutmaßungen aufbauen”, ist im Urteil konkret zu lesen.

Quelle: sueddeutsche.de